Der Ursprung von Leid
Es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen Schmerz und Leid. Schmerz ist unvermeidbar. Egal wie sehr man sich vor Schmerz schützen will, es funktioniert nicht. Die scheinbar einzige Möglichkeit, sich vor mehr Schmerz zu schützen, ist der Versuch zu mauern. Man verschließt sein Herz, geht keine engen Bindungen mehr ein und boykottiert komplett die Außenwelt. Der Nachteil, man wird extrem unlebendig, depressiv und verbittert. Es gibt zum Glück eine bessere Möglichkeit, dazu muss man aber folgendes verstehen. Leid ist selbst produziert, während Schmerz eine unvermeidbare Sache ist. Menschen leiden nicht am Schmerz, sie leiden am Widerstand gegen den Schmerz, was zu Leid führt. Wenn man die Bevölkerung betrachtet, leiden die meisten an einer Sache. Sie leisten Widerstand zu dem, was gerade ist. Leid entsteht also immer dann, wenn die fundamentale Realität nicht deckungsgleich mit der psychologischen Realität ist.

Du bist gerade verlassen worden. Nach 5 Jahren Beziehung wurdest du eiskalt betrogen. Dieses Ereignis löst in jedem Menschen Schmerz aus. Man kommt also nicht drumherum. Leid hingegen verursacht man selbst, indem man Widerstand leistet. Widerstand würde in diesem Fall bedeuten:„Mein Partner hat mich betrogen, aber das darf jetzt nicht so sein. Mein Leben sollte eigentlich so und so verlaufen!“. Ab diesem Zeitpunkt wird man wahnsinnig, denn man kämpft gedanklich gegen die Realität an. Man verliert diesen Kampf in 10 von 10 Fällen. Je größer der Abstand zwischen deiner gedanklichen Realität (wie es in meiner Vorstellung sein sollte) und der wirklichen Realität wird, desto mehr leidest du.
Ab diesem Zeitpunkt beginnen auch die Sinnesfrage.
„Warum hat er das getan? Womit habe ich das verdient?“
Der Leidprozess wird deutlich verlängert und endet im Extremfall in einer Depression. Alles nur, weil man Widerstand gegen die Realität leistet. Leid verschwindet automatisch, wenn du gedanklich nicht mehr gegen das ankämpfst, was jetzt da ist.
Untermauern wir die Thematik noch einmal mit einem bewusst überzogenen Beispiel.
Du sitzt abends auf der Couch und schaltest den Fernseher ein. Du willst gerade den Sender wechseln, da fällt dir die Fernbedienung auf den Boden. Leid erzeugst du in diesem Fall, wenn du dich jetzt gedanklich gegen die Situation wehrst. „Das darf jetzt nicht passiert sein, die Fernbedienung sollte mir nicht runtergefallen sein!“. Ab diesem Zeitpunkt kommt zum Schmerz „aufstehen zu müssen“ das Leid hinzu, welches durch den gedanklichen Widerstand gegen die jetzige Situation hervorgerufen wird.
Ein besserer Umgang wäre in dieser Situation folgender.
Du siehst die Fernbedienung fallen und überlegst dir im nächsten Moment, wie du sie mit möglichst wenig Aufwand wieder aufheben kannst. Handelst du auf diese Weise, ersparst du dir das Leid, hast die Fernbedienung früher wieder und steckst deine Energie zu 100% in die Lösung und nicht in das Problem.
Das Beispiel ist zwar überspitzt, aber gegen wie viele Situation
leistest du gedanklichen
Widerstand, ohne dich dabei auf den Lösungsteil zu fokussieren?
Leid ist selbst produziert. Schmerz hingegen ist unvermeidbar. Wie geht man also mit Schmerz um? Schmerz ist ein Gefühl. Jedes Gefühl ist wie eine Art Fluss im System. Fließt ein Fluss, ist er harmlos und friedlich, richtig? Er wird erst zerstörerisch, wenn er gestoppt wird. Genauso verhält es sich mit deinen Emotionen. Erst wenn du gegen sie Widerstand leistest, leidest du unter ihnen. Bleiben sie im Fluss, sind sie höchstens unangenehm. Kommt Schmerz in dir hoch, begrüßt du ihn am besten gastfreundlich. Er kann sich nur durch deine bewusste Annahme transformieren. Du wirst sehen, in dem Moment wo du ungute Gefühle annimmst, verschwindet das Leid und es fühlt sich nur noch etwas unangenehm an.
Wenn du also gerade in einer Situation steckst, die sehr unangenehm ist, egal ob du gerade viele Ängste hast, verlassen worden bist, gekündigt wurdest, in einem Tief steckst oder dergleichen, leiste keinen Widerstand. Nimm die Situation im Hier und Jetzt an! Das wird dir eine Menge Leid ersparen und du kannst dich Vollständig auf den Lösungsteil konzentrieren.
Viele Menschen glauben, wenn sie keinen gedanklichen Widerstand leisten, bleiben sie der Situation hilflos ausgeliefert. Das Gegenteil ist der Fall! Annehmen heißt nicht, untätig zu bleiben. Du kannst natürlich alles tun, um schnellstmöglich aus der Krise zu kommen. Wichtig ist nur, im jetzigen Moment keinen Widerstand gegen die Realität zu leisten. Dann kannst du deine gesamte Kraft in ein lösungsorientiertes Denken stecken.
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Jakob
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